Sylvia Köster Praxis 2 B up
Sylvia Köster                                   Praxis 2 B    up

Sachverständige im Familienrecht

Im Verlauf von familiengerichtlichen Verfahren kann es in Bezug auf bestimmte Fragestellungen, z.B. zur Regelung des Umgangs, zum Lebensmittelpunkt des Kindes oder hinsichtlich einer möglichen Kindeswohlgefährdung, zur Beauftragung eines Sachverständigengutachten kommen, welches in der Regel schriftlich erstellt und zudem mündlich erstattet wird.

 

 

Zum Kontrakt:

entscheidungsorientiertes oder lösungsorientiertes Gutachten?

 

Die Art der Gutachten kann verschieden sein. Im Kindschaftsrecht bewegen wir uns auf dem Gebiet der Rechtspsychologie. Gemeinsam ist den beiden Bereichen – Psychologie und Recht – dass es um Verhaltensregeln für das menschliche Miteinander geht. Im Falle einer Konflikteskalation sind im weitesten Sinne dysfunktionale Beziehungs- oder Kommunikationsstrukturen vorhanden, die zu einer hohen Stressbelastung bei Eltern und vor allem Kindern führen. Hierbei können die beteiligten Erwachsenen überfordert sein, die Konflikte selbständig zu lösen. Und bei den betroffenen Kindern kommt es unter Umständen zur Gefährdung des Kindeswohls. So wie jede Familie und deren Strukturen verschieden sind, sind es auch deren Konfliktmuster und ihr Beziehungsgeflecht. Welche Interventionsbedürftigkeit bei den beteiligten Personen besteht und welches rechtliche Regelungsinteresse in dieser Familie zugrunde liegt, muss fallbezogen geprüft werden. Daraus ergeben sich also spezielle Fragen, deren Beantwortung ein eventuelles Gutachten dienlich sein muss.

Nicht unerwähnt bleiben kann an dieser Stelle die unterschiedliche Auslegung und fachliche Überzeugung, die man bei diversen Fachverbänden finden kann.

Daher wird hier eine kurze Skizze zum Begriffsverständnis gezeichnet und für eine differenzierte präzise Beauftragung geworben, um Qualität und Passgenauigkeit für Gericht und Gutachter zu rahmen. Die Erfüllung der Mindestanforderungen an die Qualität der Sachverständigengutachten im Kindschaftsrecht der Arbeitsgruppe Familienrechtliche Gutachten, zu denen sich zahlreiche Fachverbände bekannt haben, wird dabei als selbstverständlich betrachtet.

Im Wesentlichen lassen sich aktuell psychologische Gutachten im Familienrecht in ihrer Form in entscheidungs- oder lösungsorientierte Gutachten einteilen. Während das entscheidungsorientierte Gutachten mit einem Ausblick endet, der konkrete Empfehlungen für das Gericht und die Beantwortung der gestellten Fragen enthält, wirkt das lösungsorientierte Gutachten auf das Einvernehmen der Eltern hin und enthält einen Zeitraum für die Erprobung der im Ausblick vorgeschlagenen Lösungsmöglichkeiten. Es schließt dann ebenfalls mit konkreten Handlungsempfehlungen, die sich auf die ersten Umsetzungsversuche bzw. ggf. auch auf deren Scheitern beziehen. Beide Arten sind je nach Fragestellung sinnvoll – die Entscheidung hierüber obliegt dem Gericht.

 

 

Zu den Qualifikationen:

Hochstrittigkeit und Kindeswohl – reine Psychologie…? Was hilft wirklich?

 

Die Qualifikationen eines Sachverständigen im familiengerichtlichen Verfahren können in ihrem Zusammenwirken als sehr speziell angesehen werden. Die an ihn gestellten Anforderungen beziehen sich auf verschiedene Fachgebiete, z.B. Recht, Psychologie, Konfliktforschung und Pädagogik der Kindheit. Sie erfordern sowohl theoretische wissenschaftliche Kenntnisse auf den Gebieten, z.B. der menschlichen Psyche, der Sozialisierung und Individuation des Menschen und der Beziehungsdynamik der einzelnen Familienmitglieder, als auch einen Erfahrungsschatz im Zusammenwirken dieser Gebiete und in der praktischen Arbeit mit hochstrittigen Familien vor allem im Kontext gerichtlicher Verfahren.

Es ist in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung in Gesprächs- und Methodentechniken in Konfliktfeldern geübt zu sein. Darüber hinaus haben Kenntnisse und Erfahrungen hinsichtlich der Begriffe Kindeswohl und Kinderschutz einen hohen Stellenwert. Zudem können je nach Fragestellung psychodiagnostische Verfahren Anwendung finden, wenn diese zur Beantwortung der Fragen des Gerichtes erforderlich sind. In Bezug auf die zuvor beschriebenen zwei Gutachtentypen – entscheidungsorientiert oder lösungsorientiert – sind jeweils Diagnostik und Intervention in verschiedenen Anteilen vertreten.

 

 

Passung zwischen der Fragestellung und den Qualifikationen des Sachverständigen

 

Scheint im laufenden Verfahren die Einholung eines Sachverständigengutachtens sinnvoll und notwendig, stellt sich die Frage, welcher Sachverständige die Fragen bestmöglich wird klären können.

Im Folgenden sind meine theoretischen und praktischen Kenntnisse zum Abgleich mit den Erwartungen an die Begutachtung detailliert beschrieben:

 

 

Theorie: Studium & Weiterbildungs-Zertifikate

 

  • Forensische Sachverständige (PTK Hessen)
  • Spezialisierungsmodul Familienrecht i.A. (PTK Hessen)
  • Systemische Therapeutin (SG)
  • Diplom-Pädagogin (Uni Marburg)
  • Philosophie, Friedens- und Konfliktforschung, Religionswissenschaften (Uni- Marburg)
  • Systemische Beraterin (SG)
  • Entwicklungspsychologische Beraterin (IKE Ulm)

 

Praxis: Berufserfahrungen

 

  • Therapeutin im Kinderschutz-Zentrum
  • leitende Funktionen in verschiedenen Jugendhilfe-Einrichtungen
  • Beraterin/ Therapeutin im Bereich der frühe Hilfen (Entwicklungsberatung und Trageberatung)
  • Beratung/Mediation bei Trennung/Scheidung (Elternvereinbarungen)
  • Seminarleiterin & Kommunikationstrainerin

 

 

 

Das Hochschulstudium Diplom-Pädagogik (Uni Marburg) liefert die Grundlagenkenntnisse der menschlichen Entwicklung, Bildung, Individuation und Sozialisation, wobei den Teilbereichen Entwicklungspsychologie und Kommunikationslehre hier besondere Bedeutung zukommt.

Die Weiterbildungen systemische Therapie und systemische Beratung (zertifiziert von der Systemischen Gesellschaft) bilden die beraterische und therapeutische Grundlage für Einzel- Paar- und Familientherapie. Sie beinhalten hilfreiche Gesprächsformen, Interventionstechniken und spezielle Methodenkenntnisse. Sie liefern außerdem Erklärungen zur Systemtypologie, therapeutische Beschreibungsmuster und Erläuterungen spezifischer Muster klinischer Bilder.

Die Weiterbildung Entwicklungspsychologische Beratung (Universität Ulm, Frau Prof. Dr. Ziegenhain) fokussiert auf die Entwicklung von Babys und Kleinkindern und deren Feinzeichen im vorsprachlichen Entwicklungsbereich, so dass Belastungszeichen präzise und kleinschrittig erkannt bzw. gedeutet und kindliche Bedürfnisse erläutert werden können. Für den Anstieg der Trennungs- und Scheidungsfälle mit sehr kleinen Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren, hat dies besondere Relevanz zur Einschätzung möglicher Kindeswohlgefährdung.

Die Weiterbildung zur Forensischen Sachverständigen (zertifiziert von der Psychotherapeutenkammer Hessen) stellt die Qualität in der Ausübung der gutachterlichen Aufgaben sowie die Einhaltung der Mindestanforderungen sicher. Sie befähigt, die verschiedenen Fachgebiete aus dem Blickwinkel der Gutachterrolle zu verstehen und zu verwenden. Darüber hinaus fordert sie vom Gutachter stetige Fortbildung und Achtsamkeit in Bezug auf den aktuellen Forschungsstand.

Das Modul Familienrecht spezialisiert neben rechtlichen Grundlagen auf Begriffe wie Kindeswohl, Kindeswille, häusliche Gewalt und Trauma. Spezielle psychologisch-diagnostische Verfahren und methodische Grundlagen werden für die gutachterliche Verwendung vertieft.

Als Therapeutin im Kinderschutz und in leitender Funktion in der Jugendhilfe geht es hauptsächlich um Fälle von Kindeswohlgefährdung in Form von Vernachlässigung, Misshandlung und sexueller Gewalt. Außerdem ist die Arbeit unter widrigen Umständen und im pseudofreiwilligen Kontext bzw. Zwangskontext alltäglich.

Entwicklungsberatungen und Trageberatungen beinhalten einen großen Erfahrungsschatz diagnostischer Möglichkeiten bei Babys und Kleinkindern, die sich mit herkömmlichen psychodiagnostischen Verfahren nicht erfassen lassen.

Eine große Anzahl von Gesprächen mit hochstrittigen Eltern und in anderen Konfliktsituationen ermöglichen Standing, Empathie, Gelassenheit und eine sichere Gesprächsführung.

 

Auf Wunsch sende ich Ihnen gern mein Kurzprofil zu!

 

 

 

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© Sylvia Köster